Mährisches Blasmusik-Konzert mit Herzblut
Gelungener musikalischer Auftakt zu den Jubiläumsfeierlichkeiten der Bruckmühler Trachtler

Ein weiß-blauer Himmel über den Mangfalltal, Sonnenstrahlen die durch die Westfenster des Festzeltes blitzen, angenehme Temperaturen um 23 Grad, 550 bestens aufgelegte Blasmusikfreunde im Festzelt hinter dem Rathaus und dies alles umrahmt von Blasmusik der Extraklasse - besser hätte der Startschuss zum 100-jährigen Gründungsfest des Trachtenverein „D`Wendlstoana“ Bruckmühl gar nicht sein können. 

Mit einem schwungvollen Solo eröffnete Rudolf Kralik, Schlagzeuger der „Blaskapelle Gloria“ um 19.33 Uhr nicht nur das große Eröffnungskonzert des Bruckmühler Trachtenvereins „D`Wendlstoana“ sondern auch die viertägigen Feierlichkeiten der Trachtler aus Anlass ihres 100-jährigen Gründungsfestes in Verbindung mit dem 87. Inngau-Trachtenfest. Schon beim ersten Musikstück,  dem „Sissy-Walzer“, war zu sehen, welch musikalischen Hochkaräter die Organisatoren des Bruckmühler Trachtenvereins für ihre Auftakt-veranstaltung mit der „Blaskapelle Gloria“ verpflichtet hatten.

Alle 13 Musiker des professionellen Klangkörpers haben an diversen Philharmonien oder an Konservatorien in Brünn, Prag, oder Bratislava ihre Professur oder ihren Magister abgelegt. Dementsprechend souverän trat das junge Blasmusik-Ensemble mit einem Durchschnittalter von gerade einmal 30 Jahren im Bruckmühler Festzelt auf. Es schien fast so, als ob jeder der Musiker mit einem Instrument in der Hand auf die Welt gekommen wäre, so exzellent war die Fingerfertigkeit. „Die haben von Kindesalter an Musik im Blut“, zollte Sepp Ranner, Trompeter bei der Willinger Musik, den Gästen uneingeschränkte Anerkennung. Der Aktionsradius der Musiker reicht bei ihren 80 Konzerten von Österreich über die Schweiz, Frankreich, Belgien bis nach Holland.

Auf eine nette Art und mit einem sympathischen mährischen Akzent moderierte Silvi Gurska das gut gemischte Programm. Nicht nur für einen Augen- sondern auch für einen Ohrenschmaus sorgten die beiden Solo-Sängerinnen Luba Spackova und Jana Kadlecova in ihrer traditionellen rot-weißen mährischen Tracht.

 Das variantenreiche Repertoire des harmonischen Klangkörpers bestand fast ausnahmslos aus über 900 Eigenkompositionen und -Arrangements. Dazu gehörte die fetzige „Erika Polka“, ein „Medley aus Böhmen“ zum Schunkeln oder ein Oldie Arrival. Ein Klangerlebnis der besonderen Klasse war „Papageno“ aus der Zauberflöte von Wolfgang A. Mozart. Hierbei glänzten Luba Spackova und Vaclav Sterba als harmonisches Gesangs-Duo. Ob bei der Titel-Melodie des Kino Klassikers “Rocky“ oder bei anderen bekannten Kompositionen, das Gloria-Ensemble beherrschte perfekt die Stimmungs- und Tempiwechsel. Bei einem Potpourri vor der zweiten Pause ließen Stano David und Pavel Skopal die Finger im Nähmaschinentakt über die Ventile ihrer Trompeten fliegen, der Lohn dafür, frenetischer Beifall.

Während des Konzertes zeigten die Musiker und Sängerinnen aus der slovakischen Region um Bratislava keinerlei Berührungsängste. Mehrmals verließen sie den Bühnenbereich und mischten sich unter die Gäste und suchten den engen Kontakt zum Publikum. Bei Trompeten-Soli stiegen sie sogar auf die Tische.

Nach fast drei Konzertstunden war das Publikum restlich begeistert. Bei der letzten Zugabe um 22.56 Uhr von „Hey Jude“, einem bekannten Titel der Beatles, sang und klatschte das Publikum begeistert mit.

Am Ende des musikalischen Blasmusik-Abends lautete der einheitliche Tenor: Ein musikalisches Klangerlebnis der Spitzenklasse mit Herzblut.

Anschließend verlagerte sich die Veranstaltung in die Räumlichkeiten der Bar.

Torsten Neuwirth